Aktuelle Ausstellungen:

. Im Stadtmuseum Groß-Gerau bis zum 4. Februar

"Spuk unter der Teufelskanzel und weitere Arbeiten von Mario Derra"


Ein Interview mit Ulf Krone, Redakteur des WIR Magazins für den Kreis Groß-Gerau

Gerade wurde Ihre Doppelausstellung im Stadtmuseum und in der Kreissparkasse eröffnet. Herr Derra, erläutern Sie den WIR-Lesern doch bitte einmal kurz, was sie in den beiden Ausstellungen erwartet!

Eine einmalige Präsentation anlässlich der Schenkung der größten Lithographie der Welt durch die Kreissparkasse an das Stadtmuseum! Zwei künstlerische Hauptwerke treffen in Groß-Gerau zusammen. Die Lithographie „Massentourismus an den zwölf Aposteln“ im Stadtmuseum und der Farb-Holzschnittzyklus „Peter Schöffer und die Entfaltung der beweglichen Lettern“ mit 22 großformatigen Blättern in der Kreissparkasse. Dazu werden Lithographien, die sich mit der Jurazeit des mittelfränkischen Solnhofen beschäftigen, das frühe Radierwerk aus dem südhessischen Ried und weitere Holzschnitte zur Nibelungensage gezeigt.

Sie beschäftigen sich inzwischen seit fast 30 Jahren mit dem Druckpionier Peter Schöffer. Was macht für Sie die Faszination dieser Schlüsselfigur bei der Entwicklung des Buchdrucks aus?

Mit dem ersten Holzschnittplakat, das ich zur 150jährigen Inauguration des Gernsheimer Schöffer-Denkmals geschaffen habe, sind es schon 31 Jahre. Schon das erste Werk Peter Schöffers (Gernsheim ̴1425 – 1503 Mainz), der Mainzer Psalter von 1457, besticht durch die Qualität seiner Typographie, die später nicht mehr übertroffen wurde. Zweifarbige Initialen von bis zu 327 mm Höhe, innen mit belebten Darstellungen und außen mit filigranen Zierden, ergaben zusammen mit den schwarzen Textteilen eine dreifarbige technische und künstlerische Meisterleistung. Darüber hinaus entwickelte Peter Schöffer Verlagsanzeigen für den Buchhandel, Strategien die seine Bücher weit über die Landesgrenzen hinaus trugen. Insgesamt waren es über 250 Verlagsprodukte der Offizin, vom liturgischen Prachtband bis zum gestalteten Einblattdruck.

Die ausgestellten Werke schlagen mithilfe klassischer Techniken wie Farbradierungen, Lithographien und Holzschnitten einen Bogen von Peter Schöffers Wirken bis hin zur Gegenwart im Hessischen Ried. Wie passt das alles zusammen, welches Konzept steckt hinter der Ausstellung?

Diese vorgenannten Techniken gehören zur  künstlerischen Originalgraphik. Erst in den letzten Lebensjahren Schöffers wurde die Radierung entwickelt, somit erschien mir der damals schon lange bekannte Holzschnitt für die Würdigung des Frühdruckers am besten geeignet. Die Gegend um Solnhofen, als einzige Lagerstätte des lithographischen Plattenkalkes weltweit, verlangte zwingend auch diesen Stein zur Umsetzung der Motive. Den Ansichten aus Solnhofen wurden die Arbeiten aus dem Ried gegenübergestellt, die feine Vegetation wiederum war in der detailreichen Radiertechnik am besten darzustellen. Mit etwa 85 Blättern ist es  nur eine kleine Auswahl aus meinem Gesamtwerk, die die Bandbreite originalgraphischen Schaffens zeigt.


Von links nach rechts: Jürgen Volkmann (Leiter des Stadtmuseums Groß-Gerau), Dr. Martin Röper (Leiter des Museums Solnhofen), Mario Derra, Sabine Funk (Vorstandsmitglied Kreissparkasse Groß-Gerau)


Im Gernsheimer E-Werk, Riedstraße 28:

„Mario Derra sieht den Geopark .

- Graphiken aus drei Jahrzehnten

ÖZ: werktags 10 - 18 Uhr, So. 14 - 18 Uhr. Anmeldung erbeten.  Eintritt frei

Mario Derra sieht den Geopark

Etwa weitere 150 Originalarbeiten aus drei Schaffensjahrzehnten umfasst die Dauerausstellung des Künstlers Mario Derra, im Maschinenhaus des alten E-Werks in Gernsheim.

Derra, ein Künstler, der der Region eng verbunden ist, hat weltweit mit seinen außergewöhnlichen Werken – sowohl motivisch als auch größenmäßig – Aufmerksamkeit erregt und 2016 den Kulturpreis des Kreises Groß-Gerau erhalten. Für die größte Lithographie der Welt erhielt er sogar einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. 2002 – 2005 war er Parkzeichner im Staatspark Fürstenlager, Bensheim Auerbach.

Die Ausstellung mit Motiven aus dem Geopark lädt zu einem virtuellen Streifzug vom Ried über die Bergstraße bis in den Odenwald ein. Sie verspricht ungewöhnliche Einblicke und zeigt eine dynamische Landschaft im Wandel der Zeit. Impressionen aus der von Menschen gestalteten, technisierten Welt sowie Portraits von weithin bekannten Dichtern und innovativen Denkern wie Georg Büchner oder Peter Schöffer, ergänzen den umfassenden, ästhetischen und kreativen Blick auf unsere Region.

Die Dauerausstellung ist werktags von 10 - 18 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen (anmeldung erbeten).